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  Herzlich Willkommen beim 
 
FREUNDESKREIS
der Schule Schlaffhorst-Andersen e. V.

90 Jahre

Freundeskreis Schlaffhorst-Andersen e. V.

1926 - 2016


Die Begeisterung für Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen ließ den Gedanken entstehen:

 Das müssen wir fördern! 

Wie geschieht das am besten? Nicht allein, sondern mit Freunden. Nicht auf sich bezogen, sondern in der Gesellschaft der Freunde. Mitten in dieser Gesellschaft – einer Gesellschaft, die der Arbeit Schlaffhorst-Andersen bedarf: An Hochschulen, in Theatern, Musikhallen, Unternehmen, Seniorenheimen, Schulen, Kitas. 

Seit 1926 verbindet der Freundeskreis Menschen mit Interesse an diesem Konzept. Menschen, die durch ideelle und finanzielle Förderung der Ausbildungsschüler, der Ausbildungsstätte, der Lehrenden genau das wollen: 

Das Konzept Schlaffhorst-Andersen 

in die Zukunft begleiten! 

Für den wachsenden Schüler- und Interessentenkreis veranstalteten Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen 1926 die sehr erfolgreiche Fachtagung „Rotenburger Woche“, in dessen Verlauf sich die Teilnehmer/innen zusammengesellten zur

 

Gründung
der Gesellschaft der Freunde
der Rotenburger Schule (Schlaffhorst-Andesen) 

Geschichte des Freundeskreises
auf Grundlage des
„Jahrbuch 1999“, Dr. Rüdiger Kröger, Historiker

1926   Gründungsversammlung

1. Vorsitzender        Prof. Dr. Arthur Franz
2. Vorsitzender        Dr. Walter Werner
Schriftführer   Hans Reichel
Kassenwart    Richard Ziemer

1928   Formulierung der Ziele

Förderung der Arbeit von Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen – um ihnen Wege für ihre schöpferische Tätigkeit zu ebnen – durch folgende Aufgaben:
·       Behörden, Lehrer, Ärzte, Musiker u.a. für die Rotenburger Arbeit zu interessieren
·       jungen Leuten, die hervorragend für die Rotenburger Arbeit geeignet sind,
    die Ausbildung zu ermöglichen
·       räumliche Erweiterung von Mutterhaus und Versuchsschule herbeizuführen
·       weitere Kreise durch Tagungen, Vorträge, Chorkonzerte usw. mit der Rotenburger
    Arbeit bekanntzumachen.

1929   Dem Vorstand gelang es, die Behörden für die Rotenburger Arbeit zu interessieren

1937   Übernahme der wirtschaftlichen Angelegenheiten des Schlaffhorst-Andersen-Chores

Unter den Dirigenten Hans Chemin-Petit (1902-1981) und Friedrich Högner (1897-1981) hatte der Chor umjubelte Auftritte. Zweimal, 1934 und 1935, wurden Studioaufnahmen bei Rundfunksendern aufgezeichnet und ausgestrahlt.

1938   Übernahme der Wirtschaftsführung des Ausbildungsbetriebs in Hustedt und damit: Erster Schulträger

1942   Verlegung des Schulgebäudes wegen eines in unmittelbarer Nähe angelegten Flugplatzes auf das im Besitz des geschäftsführenden Vorstandsmitgliedes Maria Gräfin Bredow befindliche Gut Seefeld in Pommern

1945   Anfang Februar 1945 musste die Schule, Anfang März auch der Gutsbetrieb wegen des Herannahens der Russen geräumt werden

1949   Planung und Gründung der Privatschule für Sprech- und Musikerzieher mit dem Namen „Schule Schlaffhorst-Andersen in Lieme, Kreis Lemgo“ mit Genehmigungsurkunde der Regierung Detmold

1961   Träger der Ausbildungsstätte in Eldingen Kreis Celle (Anerkennung als staatliche Ergänzungsschule)

1977   Übergabe der Ausbildungsstätte an:
Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands e.V. (CJD).

Damit verbunden ist, dass die Gesellschaft und das CJD ein Kuratorium bilden:
3 Mitglieder werden vom CJD,
4 Mitglieder werden von der Gesellschaft
für 3 Jahre bestimmt. Der Präsident des Kuratoriums hat 2 Stimmen. Er wird vom CJD gestellt.
 

Das Kuratorium gibt sich eine Geschäftsordnung. Die Aufgaben des Kuratoriums sind:
a)    
die Berufung des Studienleiters
b)    
die endgültige Verabschiedung des Curriculums, das in der Schule Anwendung findet
c)    
die Bestimmung des endgültigen Schulstandortes
d)    
die Förderung und Überwachung der Arbeit der Schule.
Beschlüsse mit finanziellen Auswirkungen bedürfen der Zustimmung des CJD.

Die Gesellschaft ist gehalten, die Lehrervereinigung Schlaffhorst-Andersen e.V. an der Kuratoriumsvertretung zu beteiligen.



 AKTUELLES
     
 

Kurse 2017 

Schulung 

für Mitglieder
und
Schüler/innen der Ausbildungsstätte
Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen und deren Klienten/Patienten
interessierte Laien
Angehörige anderer Berufsgruppen

 Die Kurse geben Ihnen einen Einblick in das Werk von Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen.
Wir laden Sie alle herzlich ein, daran teilzunehmen.
Die Dozentinnen sind berufserfahrene Atem-, Sprech- und Stimmlehrerinnen. 

1

Sprechen, ein Aspekt der Kommunikation

2

Kraft der Atmung

3

Beckenboden und Stimme

4

Eutonie trifft Schlaffhorst-Andersen

5

Atemschriftzeichen

 Sie sind herzlich willkommen ! 

KURSE 2017


 
     
AKTUELLES
 

Mitgliederversammlung 2017 

Samstag, 04. November

INFORMATIONEN DIREKT BEIM VORSTAND


2016
 

150 Jahre Hedwig Andersen

„Wir haben in unserem Leben nie etwas gewollt und durchgesetzt, sondern haben hingenommen, was das Schicksal uns entgegenbrachte. Es ergab sich immer eins aus dem anderen, und dann wurde es eben getan.“

Hedwig Andersen

150 Jahre Hedwig Andersen 

Hedwig Andersen
Eine der beiden Begründerin der Atem-, Sprech- und Stimm-Lehre
Forscherin
Pianistin, Klavierpädagogin
09.06.1866 Memel, Ostpreußen
28.03.1957 Eutin, Holstein

Ab dem Moment, als sich Hedwig Andersen und Clara Schlaffhorst trafen, ist die eine nicht ohne die andere zu denken. Die eine ist geworden durch die andere. Diese beiden, sich gegenseitig beflügelnden schöpferischen Gegenspielerinnen – H. Andersen die Pianistin und C. Schlaffhorst die Sängerin:

 Hedwig Andersen, in sich Ruhende mit kraftvoller Stimme und stillem Humor Gesegnete, eher introvertiert streng wirkend – aber nicht minder zugewandt – und voll menschlicher Wärme. So wird sie geschildert von denen, die ihr begegnet *1 sind.

Atem- und Sprechunterricht, mundmotorische Übungen im dreiteiligen Rhythmus waren Teil des Gesamtkonzepts. Und wenn sie einen Schüler das erste Mal vor sich hatte, pflegte sie ihn zu fragen: „Wie teilen Sie die Sprachlaute ein?“ Darauf kam dann regelmäßig die Antwort: „In Vokale und Konsonanten“. Hedwig Andersen schreibt dazu 1935 in ihrem Aufsatz „Die artikulatorische Gesetzmäßigkeit der Sprachlaute“: „Diese Zweiteilung der Sprachlaute ist in physikalischer Hinsicht nicht ausreichend. Vielmehr stehen zwischen Vokal und Konsonant als dritte Gruppe die Klinger.“

Noch heute aktuell, forderte sie:
„Sehr wichtig ist es mit Kindern im ersten Schuljahre Übungen mit allen Sprachlauten zu machen [...] mit leisem Stimmeinsatz und ruhiger Atemführung.“ Und das Erlernen des Schreibens, verbunden mit der rhythmischen Atmung, war für alle – auch für Erwachsene – Pflicht.

Der Klavierunterricht bei H. Andersen war für alle Ausbildungsschülerinnen selbstverständlich. Ganzheitliche Melodie- und Rhythmuslehre, Musiktheorie und die improvisatorische Klavierbegleitung der von C. Schlaffhorst angeleiteten Bewegungen in der Rhythmischen Stunde spiegeln das schöpferische Talent von Andersen.

Hedwig Andersen starb – nachdem sie den Wiederaufbau ihrer Schule in Lieme/Lippe, die Gründung der Lehrervereinigung 1949 und die Neuauflage ihrer Schriften 1951/52 noch miterleben durfte – in hohem Alter am 28. März 1957 und wurde in Groß‑Hehlen beigesetzt.*2

Wenn Sie Interesse haben, weiteres über die Jubilarin zu lesen, dann empfehlen wir das vom Freundeskreis herausgegebene

 
„Gedenken an H. Andersen“, 2007

LITERATUR

 

*1 Gedenken an H. Andersen, 2007, Freundeskreis
*2 Jahrbuch 1999, Dr. Rüdiger Kröger, Historiker





  20162016


100 Jahre 

Schule Schlaffhorst-Andersen

 Hedwig Andersen und Clara Schlaffhorst

Hedwig Andersen

Clara Schlaffhorst

 

09.06.1866
Memel (Ostpreußen)

16.10.1863
Memel (Ostpreußen)

28.03.1957
Eutin (Holstein)

17.02.1945
Seefeld (Pommern)

Pianistin
Klavierpädagogin

   
    Sängerin

    Gesangspädagogin

Vor der Gründung der 1. Ausbildungsstätte lag der Beginn der lebenslangen Forschungsarbeit von Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen, ausgelöst durch die gemeinsame Übersetzung des Buches „Art of breathing“ von Leo Kofler *3  (1837-1908), das sie 1897 bei Breitkopf und Härtel, Leipzig veröffentlichten:

 Die Kunst des Atmens

Die Grundlage der Tonerzeugung für, Sänger, Schauspieler, Lehrer, Redner, Prediger etc., sowie zur Verhütung und Bekämpfung aller durch mangelhafte Atmung entstandenen Krankheiten 

1898 folgte C. Schlaffhorst dem Ruf des Gesangslehrers, Komponisten und Musikpädagogen Prof. Julius Hey (1831-1909) *4  nach Berlin an die Musikhochschule.  

Schnell wurde die Arbeit von Schlaffhorst und Andersen so inspirierend, dass sich schon bald im Berlin zu Beginn des 20. Jhs. ein immer größer werdender Kreis von Künstlern und Patienten, zunehmend dann auch Schülerinnen – allesamt Freunde der neuen Arbeitsweise – um die beiden bildete, was 1910 zur Gründung der kleinen exklusiven 

Ausbildungsschule für Atemlehrerinnen
in Neu-Babelsberg

führte. Vor dem Hintergrund der rigiden und leibfeindlichen Erziehung der damaligen Zeit waren die Ideen der beiden Gründerinnen geradezu revolutionär. Schlaffhorst und Andersen waren eindrucksvolle Frauen, die für ihre Ideen brannten und dieses Feuer an ihre Schülerinnen weitergaben und durch ihre pädagogische und therapeutische Arbeit auch auf andere Schulen und Methoden wirkten.

Die Entstehungszeit ihrer Arbeitsweise fällt mit anderen wichtigen Entwicklungen in Wissenschaft, Pädagogik und Kunst zusammen.

 „. . . Die Behandlung von Stimmen basiert sowohl in der Phoniatrie als auch in der Logopädie zum wesentlichen Anteil auf den Erkenntnissen von Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen. In der Arbeit und Forschung dieser beiden Frauen liegt sie hauptsächlich begründet. Die Schlaffhorst-Andersen-Therapie ist auch heute eine hoch anerkannte Methode der Stimmbehandlung . . .“ *5

Als der Landgraf von Hessen aus Dankbarkeit für die Heilung seines Sohnes ein Grundstück in Rotenburg zur Verfügung stellte, entschlossen sich die beiden Freundinnen, dort in einem etwas größeren Rahmen weiterzuarbeiten und zogen 1916, mitten im 1. Weltkrieg dorthin um:

 Rotenburger
Schule für Atmungs-, Sprech- und Gesangskunst
Rotenburg a.d. Fulda

1926 überreichten sie ihren Schülerinnen erstmalig nach erfolgreichem Abschluss der geregelten zweijährigen Ausbildung das Diplom.

1930 wurde die Ausbildungsstätte umbenannt:

 Schule Schlaffhorst-Andersen
für Atem-, Sprech- und Gesangskunst

1969 erfolgte die Anerkennung als staatlich anerkannte Ergänzungsschule und
1983 dann als staatlich anerkannte Ersatzschule für den gesetzlich geregelten Berufsabschluss

 staatl. gepr. Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in

*3 Art of breathing as the basis of toneproduction for singers, elocutionists, educators, lawyers, preachers, and all others desirous of having good health, Leo Kofler, 1887, New York, Kessinger Publishing Company 

*4 Deutscher Gesangsunterricht, 1887, Leipzig, Schott
Der kleine Hey, Die Kunst des Sprechens, 1912, Leipzig, Schott Verlag

*5 Ach ich fühl´s – Gewalt und die hohe Stimme, 1. Aufl. 2008, Kulturverlag Kadmos, Berlin, ISBN 978-3-86599-019-8

 

 Ausbildungsstätten

 

1916 – 1926 – 1942 – 1949 – 1961 – 1984 – 2016

Rotenburg

Hustedt

Seefeld

Rotenburg

Hustedt

Seefeld

 

 

 

Lieme

Eldingen

Bad Nenndorf

Lieme

Eldingen

Bad Nenndorf

 
Zum 100 jährigen Jubiläum überreichte
der Freundeskreis
mit herzlichen Glückwünschen allen,
die die Schule Schlaffhorst-Andersen fördern und an ihr interessiert sind,
eine Tagung mit Schwingen, Singen, Kursen und Vortrag zum Geschenk.



LITERATUR


LITERATUR

  

 






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